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Mein Name ist Alan Batista, in der Capoeira-Welt kennt man mich als Mestre Pequinês. Geboren und aufgewachsen bin ich in Salvador de Bahia, in einer Favela – genau da, wo Capoeira ihren Ursprung hat und wo sie einfach zum Leben dazugehört. 

Als ich im Teenageralter war, bin ich ganz zufällig mit Capoeira in Kontakt gekommen – und als ich erst einmal angefangen habe, hat sie mich nie mehr losgelassen. Sie hat mein Leben total verändert: Sie hat mich aus der Favela geholt. Ein älteres Ehepaar aus der Schweiz hat mich eines Tages gesehen, wie ich trainiert habe – sie waren total fasziniert von meiner Schnelligkeit und meinen akrobatischen Einlagen. Im Jahr 2005 haben sie mich eingeladen, in die Schweiz zu kommen und mein Können an einem Fest vorzuführen. Das war der Start für mein ganz neues Leben.

Dank dieser Chance konnte ich die Favela für immer verlassen und mir hier in der Schweiz ein eigenes Leben aufbauen. Das ist etwas, was ich nie vergessen werde – und deswegen möchte ich es auch weitergeben. Als Dank lade ich jedes Jahr junge Jungs aus den Favelas zu mir ein. Zusammen trainieren wir Capoeira in der Öffentlichkeit, und alles, was dabei eingenommen wird, geht direkt an diese Jungen. Ich möchte ihnen zeigen und begreiflich machen: Man kann viel erreichen, wenn man nur hart und ehrlich arbeitet – genau wie ich es erlebt habe.

Für mich ist Capoeira viel mehr als nur Bewegungen oder Tanz. Sie ist ein Weg, der mich von meiner Heimat hierher gebracht hat. Sie verbindet Körper, Geist und Seele und lehrt einen die wichtigsten Dinge im Leben. Ich kenne alle Bereiche – von der traditionellen Capoeira Angola bis zur dynamischeren Capoeira Regional. Was mir aber am meisten bedeutet, ist das Miteinander in der Roda: Wenn die Instrumente erklingen, die Lieder klingen und wir uns im Kreis begegnen, dann entsteht ein Ort, wo Respekt, Disziplin und Freude zusammenkommen. Jede Bewegung hat ihre Geschichte – von den Anfängen in Brasilien bis heute, wo sie Menschen aus allen Ländern zusammenbringt.

Was mir wichtig ist und was ich mache

Meine Erfahrungen, sowohl aus der Zeit in der Favela als auch hier in der Schweiz, haben mich zu dem gemacht, der ich bin. Ich weiß, wie wichtig es ist, dass man Menschen Chancen gibt und einen Ort schafft, wo jeder sich entfalten kann. Deswegen unterrichte ich Capoeira schon seit vielen Jahren – weil ich überzeugt bin, dass diese Kunst einen stark macht, egal woher man kommt oder in welcher Situation man lebt.

Bei mir stehen vor allem diese Dinge im Vordergrund:

  • Respekt: Gegen die Tradition, gegen die anderen und vor allem gegen sich selbst – das ist etwas, was ich schon von klein auf gelernt habe.
  • Gemeinschaft: In der Roda ist jeder willkommen. Wie bei uns zu Hause ist das Miteinander das, was uns stark macht – und das gebe ich gerne weiter.
  • Ausdauer und Einsatz: Capoeira lernt man nicht in ein paar Wochen. Es braucht Zeit, Geduld und die Bereitschaft, immer wieder zu üben und sich zu verbessern.
  • Anderen helfen: Ich weiß, wie viel eine einzige Chance bedeuten kann. Deswegen ist es mir wichtig, dass auch junge Leute aus schwierigen Verhältnissen Perspektiven bekommen.
  • Spaß daran haben: Was immer wir tun, soll auch Freude machen. Denn wenn man gerne dabei ist, dann kommt der Erfolg von selbst.

Heute unterrichte ich in Aarau im Studio von La Lisa Dance

Egal, ob du noch nie etwas gemacht hast oder schon lange dabei bist – bei mir bist du genau richtig.

Für mich ist Capoeira mein Leben. Sie hat mich verändert, sie hat mir neue Türen geöffnet – und ich teile sie gerne mit allen, die Lust haben, mit mir gemeinsam diesen Weg zu gehen.